Thema Nische finden.

In meinem Fall eher eine Schnapsidee. Ich sag nur technische Texte und muss dabei lachen. Für Technikkram gibt es wenige spezialisierte Texter – eine super Nische also und händeringend gesucht von vielen Agenturen.

 

Ausgerechnet ich will also technische Texterin sein, deren Logik bei Technikkram erst einen Krampf- dann einen Lachanfall kriegt … damals vor ein paar Jahren.

 

Das Paradoxe: Die Ergebnisse waren echt super. Wie ich das hingekriegt habe, weiß ich selbst nicht. Ist auch egal, denn der Weg bis zum Ergebnis war trotzdem der reinste Graus. Quälerei ohne Ende und zwischendurch die Frage „Warum trete ich hier beim Texter Iron Man an, wo es anders viel einfacher gehen würde.“

 

Genau deswegen ist Nische eben nicht gleich Nische.

 

Dann kam ich auf die beste Idee überhaupt. Ich lugte einfach in mein Herz und wollte mal hören, was es zur Sache zu sagen hat. Recht viel, wie man sieht. Denn heute bin ich in meiner Herzens-Nische angekommen. Und die hat eine völlig andere Durchschlagkraft als jede herbeikonstruierte Nische nach Fakten.

In diesem Artikel findest du 4 inspirierende Beispiele von Unternehmerinnen und Unternehmern, die über ihr Herz an ihre Nische gekommen sind.

 

#1 Nische finden – Alex Kiesow, Natural Running

Tipp am Rande: Google weiß zwar viel, jedoch zum Vorhaben Nische finden ist dein Herz dem Internet-Riesen weit überlegen. Siehe Alex Kiesow.

 

Wie du deine Nische finden kannst

©Photo by Alex Kiesow

 

Alex fragte sich nie auch nur eine Sekunde:

Wie finde ich bloß meine Nische! Die Nische kam von allein.
So einfach ist das.

 

Von Haus aus ist Alex Musiker und ein bisschen verrückt. Also nicht schlimm verrückt, sondern liebenswert aus der Masse stechend.

 

Musik macht ihm Spaß, aber die Branche ist ganz schön hart ist. Nebenbei ist er vom Läufervirus infiziert. Ein Marathon bringt seine Augen zum Leuchten, daher läuft er regelmäßig, und das seit langer Zeit.

 

Viele Jahre und Marathons später: kleiner Beschwerdeaufschrei seiner Gelenke. Und da Schmerzen und Marathon nicht recht zusammenpassen wollen, muss eine Lösung her. Spezielle Einlegesohlen sollen es richten. Das tun sie kurzzeitig, aber nie wirklich zufrieden stellend. Dann geht das Theater schon wieder von vorne los. Deswegen mit dem Laufen aufhören? Niemals!

 

„Dann laufe ich halt barfuß!“, so seine spontane Reaktion.

 

„Du willst was?“ Freunde gucken ihn entsetzt an. Der macht bestimmt nur Witze, denken die sich. Ne, macht er nicht und so schnell kann seine Umwelt gar nicht schauen, wie Alex die Schuhe in die Ecke wirft und barfuß durch die Gegend marschiert.

 

Jetzt sind seine Füße, deine und auch meine ja weit weg vom Ursprung natürlichen Gehens und Laufens. Oder hast du schon mal einen Ureinwohner Papa Neuguineas in Schuhwerk gesehen? Jedenfalls müssen sich die Füße erst wieder an ihre einstige Aufgabe und die anderen Abläufe gewöhnen – ganz ohne schickes Leder oder Kunststofffasern drumherum. Kein Problem für Alex, er hat Geduld und läuft bald schon seine Marathons ausschließlich barfuß. Ui, das tut gut und die Schmerzen sind damit Geschichte.

 

Plötzlich ist Alex ein Held und ein bisschen auch Exot. Stichwort Nische finden. Hoppala, da ist sie ja schon, dabei hat er gar keine Nische gesucht.

 

„Ah, der Barfußläufer“, lautet die begeisterte Begrüßung, wenn Alex irgendwo auftaucht. Und da Alex sich seit dem Barfußlaufen wie neugeboren fühlt und mit Mutter Natur ganz anders verbunden, strahlt er das auch aus. Andere werden neugierig und eine Bewegung kommt in Gange. Sie ist quasi nicht mehr aufzuhalten:

Natural Running – natürliches Gehen und Laufen.

 

Projekt Nische finden: bingo! Inzwischen gibt Alex Barfußlaufkurse und hat sich damit einen neuen beruflichen Horizont erschlossen. Die Leute rennen ihm die Bude ein. Pressevertreter kriegen Wind davon, „Herr Kiesow, hätten Sie Interesse an einem Interview?“. Der Traum aller Unternehmer und Selbstständigen.

 

 

#2 Nische finden – Silke Baasch, Kinderwunsch-Coaching

 

© Photo by Hendrik Wardenga

 

Morgens aufwachen und in der nächsten Sekunde schon panisch Temperatur messen: Lagecheck, wie es mit den fruchtbaren Tagen aussieht. Dazu jede Menge Schnickschnack, der angeblich dabei helfen soll, endlich schwanger zu werden: diverse Tees, Heilsteine und sogar Wunderheiler sind bei Silke am Werk. Diese Szenarien bestimmen zweieinhalb Jahre lang ihr Leben und Silke ist bald schon am Rande des Wahnsinns.

 

Das ist übrigens wörtlich zu nehmen, denn Silke rutscht ab und wird krank. „Das darf ich keinem erzählen, die liefern mich ein“, outet sie sich selbst für ihre teils spacy Verhaltensweisen in jener Zeit.

 

Ihre berufliche Situation seinerzeit ist recht öde. Sie will raus aus der Tretmühle als Angestellte und vor allem möchte sie endlich schwanger werden. Kurz vor dem Totalabsturz (gerade noch rechtzeitig) nimmt das Happyend Anlauf und purzelt in Silkes Leben. Na endlich! Neun Monate später hält sie es in Form ihres Sohnes in den Armen. Zwei Jahre später ihre Tochter.

 

„Oh, ich muss eine Nische finden, mich selbstständig machen, damit ich aus der Tretmühle komme“ – ne, daran verschwendete Silke zu der Zeit keine Gedanken. Trotzdem ist sie irgendwann dort gelandet und kann sich nichts anderes mehr vorstellen. Es geht um das:

Kinderwunsch-Coaching

 

Kam so (Kurz-Fassung): unverhofft doch noch auf natürliche Weise schwanger geworden, Zusammenhänge dessen so langsam verstanden, den größten Aha-Effekt aller Zeiten gehabt, Puzzlesteine neu sortiert, Ausbildungen gemacht, ein Herzens-Projekt daraus entwickelt mit der Mission, zukünftig anderen Paaren in derselben Situation zu helfen. Nische finden? Silke steckt schon mitten drin in ihrer Herzens-Nische.

 

Andere lachen anfangs über sie „Haha, Kinderwunsch-Dingens, so ein Quatsch!“. Wenn die Sache Nische finden direkt aus dem Herzen heraus stattfindet, juckt dich das mal gar nicht. Du verfolgst dein Ziel hartnäckig weiter und wie man an Silke sieht, mit Bomben-Erfolg!

 

 

#3 Nische finden – Ariane Brandes, Community-Managerin

 

Eine kreative Nische finden

© Photo by Rüdiger Lutz

 

Redak­teurin, Betriebswirtin, Job-Coach, Geschäfts­führerin, Drehbuchautorin, Handels­vertreterin, Zwillings­mutter: Ariane hatte schon viele Aufgaben im Leben und allesamt erfolgreich gemeistert.

 

Ihr Status vor einigen Jahren: Stau – sehr viel Stau. Ariane ist beruflich nonstop auf deutschen Autobahnen unterwegs. 80.000 Kilometer pro Jahr is normaler Durchschnitt. Ihr Job wäre soweit ganz spannend, wenn da nur nicht immer diese Fahrerei wäre.

 

Als sie mal wieder auf der A2 feststeckt, zieht sie berufliches Resümee. Was will ich wirklich? Die Antworten sind schnell gefunden, noch bevor der Stau sich wieder aufgelöst hat:

 

  • Mit Menschen zu tun haben: yes!
  • Menschen verbinden: yes!
  • Kommunikation und Storytelling: unbedingt!
  • Verkehrschaos: no!
  • Lösung: Internet
  • Dazu die passende berufliche Nische finden: Community Management

 

„Mama, Instagram ist nix für dich. Geh zu Facebook!“, lautet der pragmatische Rat ihrer Töchter, als sie von ihrem Plan erzählt. Also freundet sich Ariane mit den Socialkanälen an, um die sie bisher eher einen Bogen machte. Sie verlagert ergo das, was sie bisher offline erfolgreich umsetzte, einfach (zusätzlich) in Richtung World Wide Web:

als Community Managerin

 

Die Menschen mögen sie und sie die Menschen. Und wehe, man entdeckt mal einen Tag lang keinen ihrer wertschätzenden Zeilen unter einem Post in der Community. Dann gehen gleich besorgte Nachrichten bei ihr ein: „Ariane, bist du krank?“

 

An dieser Stelle noch mal zurück zum Ursprungsthema „Nische finden“. Wer glaubt, mit dieser Nische wäre nun das Ende der Fahnenstange bei Ariane erreicht – Irrtum! Dank ihrer unfassbaren Ideenvielfalt und Kreativität wird sie noch viele Parallel-Nischen erobern. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

 

 

#4 Nische finden – Andrea Holthaus, Volltreffer Herz

 

So wirst du deine Nische finden

 

Dass Andrea mit „Volltreffer Herz“ einmal ihre Nische finden würde, war quasi logisch vorprogrammiert. Rückblick: Andrea ist noch ein Knirps. Das hält sie nicht davon ab, bereits in diesem zartem Alter Menschen miteinander zu verkuppeln. Sie liebt das – so wie andere Mädchen Puppenhäuser lieben.

 

So gesehen, scheint ihr das „Herz“ als Herzensthema wohl schon bei Geburt als Lebensprogramm mitgeliefert worden zu sein. Bis es seine Vollendung findet, sollte es noch ein paar Jahrzehnte dauern.

 

Andrea verlässt kurzzeitig diese Umlaufbahn und macht eine Ausbildung zur Krankenschwester. Im Anschluss arbeitet sie in der Notaufnahme, dann in der Psychiatrie. Es folgt ein Studium und danach viele Jahre Wirken als Sozialpädagogin im Strafvollzug. Nebenbei versorgt sie Freunde und Kollegen mit Beziehungstipps.

 

Es lässt sie einfach nicht los.

 

Andrea will jetzt alles wissen: Wie wirkt sich die Familienkonstellation auf uns und unsere Beziehungen aus? Wie entstehen daraus im Erwachsenenleben Probleme? Diese und weitere tausend Fragen schwirren in ihrem Kopf. Eine Zusatzausbildung als Familientherapeutin liefert Antworten, doch längst nicht alle.

 

Den Rest will sie unbedingt auch noch verstehen und schließt mit einem letzten Puzzleteil die offene Wissenslücke: Sie lässt sich auch noch als Traumatherapeutin ausbilden.

 

Und dann fällt es ihr wie Schuppen von den Augen, dabei ist es so einfach: Wonach streben wir Menschen allesamt, egal ob männlich weiblich und in jedem Alter? Wir wollen innig mit anderen verbunden zu sein, geliebt werden und selbst lieben. Das macht uns glücklich.

 

Die Sache ist die: Oft klappt das mit dem Glück im Miteinander nicht so wirklich. Wir leiden, sind verletzt oder haben Seelenschmerz und dafür gibt es jetzt Andrea. Zumal sie in einer Phase des Single-Daseins erkennen muss: Diese Single-Portale sind wahrlich nicht Gelbe vom Ei. Das geht doch besser, so ihre Meinung, und packt es an. Dann ist es endlich so weit: Andrea kehrt in die ihr vorgesehene Umlaufbahn zurück. Sie hat den Namen:

Volltreffer Herz 

 

Alle diejenigen, die einen Volltreffer in Herzensangelegenheiten landen wollen, treffen sich nun bei ihr und ihrem Forum – in den verschiedensten Formen, die man sich nur vorstellen kann. Wenn Andrea davon erzählt, hüpft ihr Herz beim Sprechen förmlich schon zu dir rüber. So viel Leidenschaft und Überzeugung stecken da von ihr drin.

 

Resümee: Du willst auch deine Top-Herzens-Nische finden?
Dann suche innen statt außen.

Manchmal ist alles schon da, von Kindesbeinen an, wie bei Andrea. Du erkennst es vielleicht nur nicht. Weil du dich nicht traust, weil du denkst, das kann ich doch nicht machen oder weil andere es dir ausreden wollen. Letztlich auch oft aus Angst, die bekannten Wege dafür zu verlassen.

 

Dann wirst du blind wie ein Regenwurm. Ich war auch blind, siehe Techniktexter-Idee. Seit ich mein erstes Buch veröffentlicht habe, spürte ich das schon (und das ist ewig her):

 

Ich bin Geschichtenerzählerin! Das bedeutet jetzt was? Eine kontroverse Kommunikation zwischen den Elementen:

 

  • Die Vernunft sagt: Eye, wie willst du denn damit dein Geld verdienen?
  • Das Herz sagt: Das geht!
  • Der Verstand sagt: Lass uns mal drüber nachdenken und deine Nische finden.

 

Ich denke 10 Jahre lang.

 

Geschickt eingefädelt vom Verstand, der (wie jeder weiß) best friend der Vernunft ist. Eine Nische finden, während du vom Hundertsten zum Tausendstel alles in Einzelteile auf bröselst, Fakten sortierst und dabei gedanklich im Kreis läufst? Ist wie im Karussell, das nie mehr anhält.

 

Am Ende ist dir ganz schwindlig. Wenn du deine Nische dennoch finden willst, hilft nur noch eines: abspringen!

 

Dann am besten `ne Weile ganz still verhalten, damit du hörst, was dein Herz dir zu sagen hat. Sofern deine Vernunft wieder mal dazwischenfunkt und laut losplappert, kleiner Tipp: „Klappe halten“ rufen. Hilft garantiert!

 

Wenn dir jetzt noch nach lustiger Lektüre zumute ist, kannst du hier gucken und klicken gehen:

 

 

 

 

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