1974 in Hollywood … Was das um Himmels willen mit Social Media Kommunikation zu tun hat? Einen Moment, ich komme gleich zur Sache.

Erst noch mal nach Hollywood zurück, wo der Moderator gerade Liz Taylor ankündigen will, die den nächsten Preis verleihen soll.

Ein Flitzer stiehlt ihm die Show und auch der Liz.

Man will nicht hingucken und guckt doch hin.

Ein bisschen wie Fremdschämen und man weiß nicht: lachen oder lieber weinen?

So geht’s auch mir, und zwar an jedem Geburtstag seit ungefähr 5 Jahren mit einer very special Social Media Kommunikation. Da mein Geburtstag an einem Heiligen Abend stattfindet, meinem Supertiming sei Dank, ist das umso schlimmer. Selbst schuld, wenn man mitten an Weihnachten neugierig seine Xing-Nachrichten liest.

Dort findet eine Form von Social Media Kommunikation statt, die so richtig zum Fremdschämen ist. Bei einem Kandidaten, ganz ehrlich, frage ich mich: Noch alle Latten am Zaun? Ganz so schlimm sind die anderen nicht, aber irgendwie doch sehr ähnlich.

 

Social Media Kommunikation als Geburtstagsüberraschung

Rückblick: Mal wieder Geburtstag, herrje schon mein 49er. Ich bin tapfer (und mutig), denn ich lese die Social Media Kommunikation in Xing. Für gewöhnlich würde man „Geburtstagsgrüße“ dazu sagen, obwohl das hier ja eigentlich gar keine sind.

Mir prangen knapp 287 ungelesene Nachrichten entgegen.

Potzblitz! 95 % von Menschen, die ich gar nicht kenne. Warum gratulieren mir die alle? Ach so, man hat es ihnen einst als clevere Social Media Kommunikation empfohlen. Die lautet:

„Gratuliere unbedingt allen Xing-Kontakten zum Geburtstag. Eine tolle Gelegenheit, um marketingmäßig auf dich aufmerksam zu machen.“

Jedenfalls schlage ich mich durch die Massen an Gratulationen von fremden Menschen, und dann passiert es! Nach ungefähr 30 Geburtstagsgrüßen mit sehr ähnlich lautenden Zitaten werde ich geblendet. Das würde jeder, wenn er so einen peinlichen Marketing-Flitzer direkt vor sich flitzen sieht.

Kein schöner Anblick. Es handelt sich um einen Herrn, was die Sache nicht besser macht.

Social Media Kommunikation zum Fremdschämen – Teil 1:

Social Media Kommunikation in Xing

© rawpixel.com by Pexels

 

Guten Tag Frau Parthen,

herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag. Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen, dass Sie sich immer wieder frohen Mutes auf den Weg machen, auch wenn er nicht immer so gerade und eben sein kann.

Ich habe vor 12 Monaten „mein tolles Produkt“ kennengelernt, zu Ihrem Geburtstag möchte ich Ihnen die Gelegenheit geben, ebenfalls „mein tolles Produkt“ kennen zu lernen.

EINE DEMOKRATISCH GESCHAFFENE WÄHRUNG!

Es gibt bereits die Lösung!
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Auch für den Vertrieb geeignet.

Lassen Sie sich heute feiern und genießen Sie diesen Tag.

LG
Hugo

 

Meine Gehirnzellen kommen mit dieser seltsamen Form des Social Media Marketings nicht mit.

Eine Schnellsitzung aller Gehirnzellen muss her, dabei ist sich keine von ihnen so recht schlüssig, wie wir nun damit verfahren sollen. Die hellste aller Gehirnzellen stellt die Frage in den Raum, was der eigentlich von uns will. Eine zweite ruft:

„Er möchte doch bloß von Herzen gratulieren!“, was durch die anderen sofort im Keim erstickt wird.

Endlich hat man eine Antwort erarbeitet, die lautet: „Oh Gott, ein Flitzer, der ein bisschen Social Media Marketing macht. Oder anders gesagt: Werbung.“

Man nennt diese Menschen auch Marketing-Flitzer. In ihrer unfassbaren Verzweiflung, irgendwie an Kunden zu kommen, tun sie fast alles, sogar meinen Geburtstag für Marketing-Aktionen zu missbrauchen.

Peinlichkeit zwei lauert bereits auf mich, doch zumindest sorgt der Herr dafür, dass es schnell geht:

Social Media Kommunikation zum Fremdschämen – Teil 2:

Social Media Kommunikation als Geburtstagsgruß

© blickpixel by Pixabay

 

HAPPY BIRTHDAY und weiterhin die besten Wünsche. Tolle Party wünscht

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Sparen und dafür in den Urlaub fahren oder einen eigenen Webshop mit. Klicke auf:
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Herzliche Grüße
Gustav

 

Dieses Mal bleibt kaum Zeit, die Geschehnisse zu verkraften, da in Nachricht 77 bereits im Boden versinkende Tatsachen auf uns lauern.

Wer hat diesen Menschen bloß diese Social Media Kommunikation so beigebracht? Muss wohl was falsch gelaufen sein. Die gute Nachricht ist, dass es sich dieses Mal Mal um keine Werbung handelt. Der Herr sagt aber, dass ich mir unbedingt das Video anschauen sollen.

Volle 240 Sekunden meines neuen Lebensjahres, die ich für diesen Gratulanten opfere und wie sich herausstellt, völlig umsonst.

Platsch, platsch – eine schleimige Pfütze formt sich neben meinem Rechner. Der Schleim entstand durch die, haha, nette Social Media Kommunikation des Herrn.

Ich habe noch niemals und nicht mal im schnulzigsten Liebesfilm sich so viel davon innerhalb von vier Minuten bilden sehen, und das geht so:

Man lächle schrecklich gezwungen vier Minuten lang, selbst beim Sprechen. Sehr wichtig dabei, dass man unnatürlich laaaaaangsam spreche. er zieht jedes Wort in die Länge, als gäbe es kein Morgen mehr. Zusätzlich macht er mit den Augen komische Bewegungen, um das Gesagte durch weites Aufreißen und wieder Zusammenkneifen unterstreichen.

Fertig ist der Flitzer-Schleim.

Draußen fängt es langsam zu dämmern an und ich habe noch 51 ungelesene Nachrichten vor mir. Weitermachen oder lieber löschen? Ich lese weiter und erlebe die Flitzer-Überraschung des Jahrhunderts.

 

Social Media Kommunikation zum Fremdschämen – Teil 3:

© TeroVesalainen by Pixabay

 

Liebes Geburtstagskind, 

anbei haben wir ein Geburtstagsvideo von „Wir sind die Cracks“: 
Klick hier —>http://die-cracks-singen-fuer-dir.de

Reden geht einfach schneller als schreiben, darum erlaube ich mir eine kurze Sprachnachricht zu senden. Klick hier:
–> http://schlimmer-geht-es-nimmer-und-wenn-du-jetzt-nicht-dieses-video-anguckst-sind-wir-sauer.de


Sprachnachricht: Extra für dir schönen Song gesungen.

(Anmerkung des Geburtstagsopfers: Man beachte die vortreffliche grammatikalische Formulierung. Exakt so sieht das Video samt Lied dann auch aus!)

Liebe Grüße 
Heinz-Rüdiger, der Crack schlechthin und das Team von „Wir sind die Cracks“
​​ 
PS: Am 31.01. und 07.02. kommen 2 Sendungen auf uppps um uppps Uhr
mit Heinz-Rüdiger und Waldemar

Hier finden Sie die Videos von Heinz-Rüdiger und Waldemar http://wir-sind-die-cracks-jetzt-guck-uns-doch-endlich-an.verdammt

„Wir sind die Cracks“
Adresse uppps
TEL: uppps​ oder uppps
Auszeichnungen VIP upps!!! 
TOP 6 uppss Verkäufer 2013
Bester uppps Verkäufer von Süddeutschland 2012 
Die Top 7 uppps Verkäufer 
Und sogar die Top 11 uppps Verkäufer 2011 
Hurra, und ebenso Top 20 uppps Verkäufer 
Außerdem: Top 50 uppps 2005-201​6​ 
Dann noch: Top 200 uppps Verkäufer 
Top 300 uppps Verkäufer 
Last but not least: Top 235 uppps Verkäufer 
BESTseller des Jahres upppppppps

 

Die hellste meiner Gehirnzellen macht nach Lesen einen Vorschlag:

„Lösch die depperte Social Media Kommunikation doch einfach und den Verfasser gleich mit!“ Darauf wäre ich aufgrund meines Schocks nicht gekommen, also nix wie den Crack aus meinem Netzwerk werfen.

Damit ist hoffentlich gewährleistet, dass er nicht mehr so schnell bei mir vorbeiflitzt.

 

Wie gehe ich die Social Media Kommunikation besser an?

 

© Rüdiger Lutz

 

Den letzten Parkplatz im Parkhaus ergattert, man muss auch mal Glück haben im Leben. Nur noch kurz die Treppen hoch und ich stehe mitten in der Fußgängerzone von Schwäbisch Hall.

Dabei krame ich in meiner Handtasche, da ich meine Sonnenbrille suche. Mein Gatte schaut leicht ungeduldig, aber das ist er schon gewohnt, wenn es um meine Handtasche geht.

Blauer Himmel, knapp 30 Grad, es ist Freitag, im Prinzip also alles perfekt – wenn da nicht … Hilfe, was jetzt los?

Eine Frau stürmt auf mich zu. Ich (gedanklich): „Was hat die gestochen?“

Sie: „Ich bin Expertin für Persönlickeitsentwicklung. Du musst mein Coaching buchen. Jetzt! Kriegst es auch für 800 Euro billiger, es gilt aber nur noch eine Stunde.“

Dabei steht sie 30 Zentimeter von mir entfernt. Höchstens. Eindeutig zu nah und eindeutig zu penetrant.

Ich (leicht irritiert): „Verschwinde, aber zack!“ Ich suche das Weite, und das recht flott.

Das war penetrante Social Media Kommunikation – fiktiv ins real life übertragen. Würde kein Mensch so machen. Machen in Social Media aber ganz viele.

Warum?

  1. Irgendwer hat ihnen das so empfohlen (ganz schlechter Tipp)
  2. Reine Verzweiflung, da der finanzielle Druck sehr hoch ist
  3. Man kennt keine Alternativen

 

Im Prinzip ist Social Media Kommunikation wie das echte Leben

Social Media Kommunikation Tipps

 

© rawpixel.com by Pexels

 

Obige Szene zurückgespult. Ich komme also wieder aus dem Parkhaus. Wo ist bloß diese verdammte Sonnenbrille? Ich durchsuche meine Handtasche, während mein Ehemann mit leicht verdrehten Augen neben mir steht.

Eine sympathische Dame gesellt sich zu uns und sagt: “Keine Bange, werter Herr, nur Geduld, das wird. Apropos Handtasche: Neulich in der Bahn. Der Kontrolleur schaut auf meine vollgestopfte Handtasche. Er nickt nur und geht wortlos weiter. Wir wollten beide bis Weihnachten bei unseren Familien sein.”

Ich muss lachen und schaue auf. Eine Dame um die 60, grinst über beide Ohren. Sie freut sich wie Bolle, dass ihr Witzchen bei mir ankam. Wir halten Smalltalk.

Irgendwie ist das alles gerade recht nett hier. Am Ende tauschen wir Visitenkarten aus, da sich herausstellt, dass ich jemand kenne, der jemand kennt, der genau jemand wie sie sucht.

Wie das real life lebt also auch die Social Media Kommunikation von:

  1. Persönlichkeit
  2. Sympathie
  3. Individualität
  4. Wertschätzung

Außerdem vom:

  1. Gedanken des „Geben statt nehmen“

 

Inspirationen und Beispiele für deine Social Media Kommunikation:

Die Sache mit dem Begrüßungsfreebie:

Nicht so:
„Hallo, danke für die bestätigte Kontaktanfrage. Ich habe hier ein tolles Begrüßungsgeschenk für dich“. Die Masche des Begrüßungsgeschenks ist langsam ausgelutscht und wenig glaubwürdig. Ich kriege Herpes, wenn mich jemand damit überfällt.

Sondern z.B. so:
„Hallo, ich habe schon viel von dir gehört/gelesen. Deine Blogartikel sind super. Ich würde einen davon gerne in meiner Timeline/meinem eigenen Blogartikel erwähnen/verlinken. Darf ich?“

 

Social Media Kommunikation in Posts bzw. Social-Artikeln:

Nicht so:
„Die 10 größten Fehler in der Kundengewinnung. Hol dir mein Buch, das du ganz für gratis kriegst. Kostet nur 6,95 Porto. Wenn du dein Business in das nächste Umsatzlevel pushen willst, solltest du die Fehler dringend vermeiden.“ Auch so ein ausgelutschter Drop. Glaubt da noch jemand dran?

Sondern z.B. so:
„Business-Story (erfrischend ehrlich): Vom Mut, es anders zu machen

Ein heißer Sommertag im Juni. Ich sitze in kurzen Hosen und Trägershirt (dem Homeoffice sei Dank) an meinem Schreibtisch. Dabei fallen mir alte Dokumente in die Hände – Blogartikel von anno dazumal. Neugierig riskiere ich einen Blick und kann das nicht lange angucken. Wer hat diesen Blödsinn erfunden? Ach so, ich war das!

Frauen kennen das. Wir kaufen Klamotten, beim Anprobieren sind wir noch hell entzückt. Im Nachgang fragen wir uns dann perplex, was uns beim Kauf nur geritten hat. Für dieses Kleidungsphänomen habe ich bis heute keine Erklärung. Für die Content-Schande schon.“

Der Artikel geht natürlich noch weiter. Den hatte ich im Sinne authentischer Social Media Kommunikation auf LinkedIn eingefügt.

In ganzer Länge finden Sie ihn HIER.

Einer der vielen Leserkommentare darauf: „Großartig, liebe Ulrike. Schon wieder habe ich bis zum Ende – mit Suchtcharakter – voller Begeisterung gelesen. Deine Texte brauchen keinen Call to Action, sie bewegen von der ersten Zeile an. Danke für diesen Impuls!“

 

Weitere Beispiele:

 

1. Social Media Kommunikation in Form von Informationen, die dem Leser wirklich was bringen:

 

Social Media Kommunikation auf LinkedIn

 

 

   2. Eine Dosis Persönlichkeit ins Spiel bringen:

 

Social Media Kommunikation in Facebook

 

  3. Thema Humor – hat auch im Business seinen Platz, fehlt leider viel zu oft:

 

Social Media Kommunikation auf twitter

 

 

Die Social-Profile – Text und Bild

Kleiner Ausflug zu Xing. Ich scrolle durch die Profilvorschau. Dabei fällt mir er hier auf. Mann mit Stoffschwein auf dem Arm. Hm, vielleicht ein Stofftiervertreter? Ich scrolle weiter und entdecke weitere Kuriositäten:

  • Mann umarmt Esel
  • Stirn von Mann (ja, wirklich nur die Stirn und sonst nix!)
  • Schnappschuss im Bett (wenigstens angezogen!)

Die Esel und Schweine will ich mir näher angucken. Vor dem Herrn im Bett habe ich ehrlich gesagt ein bissel Angst. Klick!

Ich lande auf einem „Esel“-Portfolio:

„Wir haben über 50 Jahre Erfahrung im Vertrieb. Wir lösen jedes Ihrer Probleme und sind die Experten für Kundengewinnung. Auf uns ist Verlass. Vertrauen Sie unserer langjährigen Expertise.“

Nö, mach ich lieber nicht. Liegt zum einen am Esel und zum zweiten an diesem Über-uns-Text. Der ist schon arg phrasenhaft und ziemlich leer. Null Emotionen, null Story, nichts Glaubwürdiges, das mich antriggert.

Im Gegenzug dazu ein schönes Beispiel –
ein authentisches Über-mich-Porträt in Xing (ok, ich hab‘s gemacht):

„Schon in seiner Jugend faszinierte ihn das Internet. Damals steckte es (wie er) noch in den Kinderschuhen. Für die ersten Gehversuche kaufte er sich von seinem Taschengeld ein sündhaft teures BTX-Modem.

Ab da an mussten seine Eltern weitestgehend auf Telefonate verzichten, da er regelmäßig die Leitung blockierte. Berauscht von den rasanten Entwicklungen, loderte schon früh das Feuer der digitalen Leidenschaft in ihm – daran hat sich bis heute nichts geändert. So lange er sich digital austoben darf, ist er glücklich.“

Und natürlich habe ich selbst auch eins – hier die Shortversion für meine Social Media Kommunikation:

„Autorin, Geschichtenerzählerin, Biografin – mit feinen Antennen ausgestattet, hört aufmerksam hin, versteht zwischen den Zeilen, formt daraus inspirierende Zeilen. Und weil sie das besonders gerne, außerdem schon sehr lange macht und laut ihren Kunden auch richtig gut, ist Beruf für sie gleichzeitig Berufung. Und das kam so.“

Porträts in Kombi mit einem emotionalen Nutzentext deines Unternehmens haben eine starke Wirkung. Daher: Unbedingt dieses Potenzial nutzen und deine Social Media Kommunikation auf deinen Profilen kreativ, authentisch, sympathisch und aussagekräftig gestalten.

Das Fazit dieses Artikels passt in zwei Sätze:

Persönlichkeit und eine gute Story wirken anziehend. Ganz grundsätzlich und daher auch in jeglicher Form der Social Media Kommunikation.

 

Noch mehr lustige Geschichten zum digitalen Irrsinn findest du hier – kleiner Feierabend-Lektüre für dich und deine Lachmuskeln:

 

 

 

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